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DIE EREMITAGE VON BETLEM. Von Es Grau nach Artà


Wenn man diesen Ort zum ersten Mal besucht, wird man ein ähnlich überwältigendes Gefühl erleben können, das auch die Einsiedler aus Valldemossa einst gefangen nahm, als sie diese Einsiedelei 1808 gründeten, denn die Umgebung hat sich seitdem kaum verändert. Die Einsiedelei Betlem liegt nur 10 km vom malerischen Ort Artà entfernt und wird noch immer von Einsiedlern bewohnt. Ebenso sind auch heute noch die alte Kirche, der Brunnen und der Garten der Einsiedelei erhalten, und von dem auf dem Weg liegenden Aussichtspunkt bietet sich uns ein herrlicher Panoramablick auf die Bucht von Alcúdia und die Gebirgszüge der Sierra de Llevant.

ArtA-Poble.jpg2-Sierra-ArtA-+-talaia.jpgEsglesia-Sabt-Salvador.jpgFont-ermita-Betlem.jpg

01.Pou de Betlen


Nach der Colònia de Sant Pere, rund 300 Meter bevor man den ersten Kreisverkehr der Wohnsiedlung Betlem erreicht, beginnt der alte Fahrweg des Besitztumes von Betlem. Wir wenden uns gen Südosten und haften unseren Blick auf das Gebirge, das die Eremitage von Betlem und deren Umgebung beherbergt. Es ist auch der Beginn des Weges von Es Grau, der bis zur Eremitage hinauf führt. Der Weg wird als „umfangreicher Wanderweg” ausgeschildert und ist Teil der GR-222 (Artà-Lluc).

Etwa 30 Meter von der Straβe entfernt können wir links vom Weg einen sehr tiefen Brunnen sehen. Der Brunnen von Betlem stellt einen Hals aus Sandstein dar, ein sehr tiefer vertikaler Einschnitt, der in den Felsen gehauen wurde. Er hat einen elliptischen Grundriss mit Durchmessern von vier und drei Metern. Der Hals miβt 1,10 Meter vom Boden aus gemessen. Wirklich beeindruckend ist jedoch die Tiefe: ganze 23 Meter. Vom Brunnen aus geht unser Weg weiter und führt uns zu den Gebäuden. Rechts von der Straβe tauchen Überreste von Bauten auf, die das Vieh beherbergt hatten, sowie eine Mauer. Schon bald durchqueren wir eine kleine Pforte mit einer wiederverwendeten Schranke. Von hier aus können wir bereits die Häuser von Betlem sehen.

02.Die Häuser von Betlem


Bevor wir zu den eigentlichen Häusern von Betlem kommen, sehen wir links vom Weg ein erstes Gefüge an Gebäuden, die einst dem Militärkommando dienten. Heutzutage wird die Anlage und das dazugehörige Gelände zum Zelten genutzt. Rechts von den ersten Gebäuden gibt es weitere Häuser und Stallungen, die für das Vieh vorgesehen waren. Sobald wir die Häuser von Betlem erreichen, erkennen wir, dass sie sich praktisch in einem völligen Zustand des Verfalls befinden. Die Ländereien des Besitztumes von Betlem waren in der Epoche der Muselmanen Teil des Landgutes Binialgorfa, das später innerhalb der Devesa de Ferrutx integriert wurde. Die Häuser sind modern, was sich durch ihre Lage in Meeresnähe erklären lässt. Es handelte sich um ein unbewohntes Gebiet, das direkt den Gefahren der Piraterie ausgesetzt war. Was den Ursprung des Ortsnamen angeht, so ist die wahrscheinlichste Erklärung, dass er vom Namen der nächstgelegenen Eremitage abgeleitet worden ist. Später, im 19. Jahrhundert, wird der Name Betlem de Marina dokumentiert. Im Jahre 1863 war dies Eigentum der Gebrüder Mateu und Andreu Homar. Gegen 1875 bezieht sich der Erzherzog Luis Salvador auf das „neue Haus von Betlem”. Die Wohnsiedlung von Betlem wurde auf den Ländereien des Besitztumes errichtet.

Von den Häusern von Betlem aus geht es weiter über den befahrbaren Weg, der rechts vorbei an den Gebäuden verläuft. Schon bald kommen wir in der Nähe von den Überresten einer Pforte vorbei. Ein wenig später wird der Weg schmaler und wird zu einem Pfad. Die Felder sind unbewirtschaftet. Hier und da stehen Mandel- und Johannisbrotbäume, die ihrem eigenen natürlichen Rythmus überlassen wurden. Auch Ölbäume gedeihen in dieser Umgebung, ebenso wie Palmherzen, Disteln, Sträucher und Affodille. Der Weg beginnt nun über den linken Hang einer aufkommenden Ebene steiler anzusteigen. Durch ihre Mitte flieβt ein Wildbach. Die ersten Meter Ansteig erfolgen über natürliche Stufen aus Sandstein. Eine Ansammlung an Johannisbrotbäumen zu Beginn des Anstieges bietet uns eine der wenigen schattigen Stellen des Weges. Rechts, auf der anderen Hangseite der Ebene, erhebt hochkant eine Felswand, an der man Ausbuchtungen kalkhaltiger Ablagerungen, so genannter Sinter, erkennen kann. Bald begeben wir uns in eine Schlucht, die durch die Erosion des Bergwassers gebildet worden ist, das sich ganz in der Nähe, am Ende der Felsschlucht, auf der rechten Seite befindet. Vorbei geht es an einer transversalen Wand durch einen kleinen Mauerdurchgang mit zwei Sprossen, der sich am Parameter öffnet. In dieser Landschaft gibt es Zistrosen, Ravannagras und Skorpion-Ginster. Der Weg gewinnt schnell an Höhe und weist im Teil der Schlucht einen Seitenrand zum Stützen auf. Dieser Ort ist unter dem Namen Es Grau bekannt, der für einen Weg mit erheblichem Höhenunterschied einsteht.

Kurze Zeit später erscheint das Ende des Gewölbes in Form von einer natürlichen Felswand, gespickt von einer nicht unerheblichen Anzahl an Einbuchtungen. Die steile Felswand unterbricht das Bett des Wildbaches, der sich in Form von einem Wasserfall entlädt. Der Weg kann das Hindernis umgehen, indem er nach links ausweicht und sich an die sanfte Seite des Berges hält. Jetzt müssen einige Kurven in Kauf genommen werden, um die notwendige Höhe zu erreichen. Auf der kleinen Ebene, die oberhalb erscheint, gedeiht eine Ansammlung von Pinien, die sich einst vor den Waldbränden retten konnten. Wir leiten nun die letzte Kurve der Schlucht ein, der Weg ist gepflastert. Hier sollte man unbedingt zurückblicken und den Blick auf den zurückgelegten Weg werfen. Die tiefe Ebene öffnet sich im Vordergrund zum Anbaugebiet von Betlem und führt weiter hinab bis ans Meer. Dort wird sie von der Bucht von Alcúdia beherrscht. Im Hintergrund erkennt man die Halbinsel Cap Pinar mit der Aussichtspunkt von la Victòria.

Eine Pforte mit einem längst verrosteten Draht öffnet uns den Weg zu einem offenen Tal, das zwischen der Schlucht und der Eremitage von Betlem liegt. Hier tauchen Wände und Terrassenbeete (marjades) ehemaliger Anbauten auf. Heute fällt einem vor allem der spärliche Baumbestand ins Auge. Hinter der Pforte müssen wir links weitergehen, wo wir nach nur wenigen Metern auf einen kleinen offenen Pfad oberhalb der Bresche einer Wand stoβen. Der Weg passiert heutzutage durch diese in die Wand eingelassene Öffnung und führt weiter in der Nähe des Wildbaches, umgeben von den Überresten diverser Waldbrände. Ein Stück weiter oben, rechts vom Weg, können wir einen Kalkofen erkennen. In der Zwischenzeit wird der Weg immer breiter, verläuft in diversen Kurven weiter nach oben und richtet sich gen Westen. Er führt uns zur Anhöhe der Eremitage, die links durch Pinien geschützt wird. Rechts von der Eremitage befindet sich ein groβer Feigenbaum. Links haben wir zudem den 282 Meter hohen Puig d'en Renegat. Wenn wir zurückblicken, sehen wir die Spitze des 565 Meter hohen Talaia Freda, der höchste Berg der Gebirgskette des Llevant.

Sobald wir den Gipfel erreicht haben, müssen wir links in Richtung Brunnen der Eremitage weiterlaufen und dabei eine Pforte zur Rechten hinter uns lassen. Die Eremitage von Betlem taucht kurze Zeit später vor unseren Augen auf. Nur Anbaugebiete, die von einer hohen Mauer umgeben werden, und abgestufte Terrassenbeete trennen uns von der Eremitage. Letztere bilden einen scharfen Winkel in der Nähe des Brunnens Der Wildbach des Comellar dels Cocons taucht in der Nähe des Weges auf der rechten Seite auf. Nachdem wir eine Metallschranke durchquert haben, erreichen wir die Fontäne der Eremitage.

03.Die Fontäne der Eremitage


Sie liegt an einem schattigen Treppenabsatz, bedeckt von fünf hohen Bananenbäumen. Auf einer weiteren Stufe stehen diverse Pinien. Der Aufschluss des Wassers, im Hintergrund der Esplanade, weist eine Nische mit einem Rundbogen auf. Innerhalb dieser Mauernnische gibt es ein Relief in der Form eines Löwenkopfes, aus dessem Maul ein Wasserstrahl flieβt . Dieser trifft in ein klares, viereckiges Becken. Das Wasser verläuft weiter durch eine Kannelierung, die rechts von der kleinen Ebene entlangläuft und von einem groβen, zentralen Becken unterbrochen wird. Im anderen Teil der Esplanade befindet sich eine kleine Kapelle, die Maré de Déu de Lorda (Mutter Gottes von Lorda) gewidmet ist. Sie beherbergt ein Bild der Jungfrau und ein weiteres der Heiligen Bernadeta. Sie wurde im modernen Stil errichtet und aus Steinen gefertigt, die nicht gekantet wurden. In der Nähe, rechts von Kapelle gelegen, befinden sich einige Bänke und ein Tisch aus Stein.

Von der Fontäne aus kommend, gehen wir herüber zur Eremitage, die bereits ganz in der Nähe liegt. Hierzu laufen wir über einen befahrbaren Weg, der gegenüber von der Kapelle gen Westen aufbricht. Rechts lassen wir anbaufähige Acker liegen, während Pinien und Pappeln zu unserer Linken auftauchen. Nahe der Kurve, die nach links abbiegt, befindet sich die Zisterne, die den Gemüsegarten der Eremiten bewässert. Nachdem wir neben einer Mauer zu unserer Rechten weiterlaufen, knapp fünf Minuten von der Fontäne entfernt, erreichen wir die Schranke des Geländes der Eremitage von Betlem. Links liegt eine Straβe, die nach Artà führt (PMV-3333) und an einer Esplanade mit Pappeln endet.

04.Binialgorfa und Eremitage von Betlem


Die Eremitage von Betlem erhebt sich über den Ruinen des ehemaligen muselmanischen Gehöftes von Binialgorfa. Zwischen 1302 und 1344 war die Finca dem Herrschaftsgebiet der Devesa de Ferrutx angeschlossen, einem wichtigen Jagdgebiet der Könige von Mallorca. Als dieses Gebiet als solches nicht mehr existierte, erwarb Jaume Ferrer Binialgorfa. Im Jahre 1409 kaufte Joan Morei das Gebiet den Erben der Familie Ferrer ab. Die Ölproduktion war eine bedeutende Aktivität in Binialgorfa, ebenso wie die Bienenzucht. Mit der Zeit wurde das Besitztum Binialgorfa verlassen, und die Gebäude verfielen zu Ruinen.
Im Jahre 1805 wurde die Region, die bereits seit einiger Zeit unter dem bedeutenden Namen „Wüste von Binialgorfa” bekannt war, von fünf Eremiten aus Sant Honorat de Randa und Trinitat de Valldemossa besiedelt. Die Gründung der Eremitage war dank der Spende von zwei Mal 7103 m2 Land („cuarteradas”) und den übrigen Gebäuden, die der Eigentümer des Besitztums, Jaume Morei Andreu de Sant Martí, errichtet hatte, möglich. Die ersten Eremiten fanden womöglich nicht mehr als die Überreste eines alten Verteidigungsturmes und der Ölpresse. Schon bald begangen sie mit dem Wiederaufbau der Ruinen und errichteten die Schlafgemächer der Eremiten. Der ehemalige Turm wurde als Kapelle fertiggestellt. Sponsoren der Bauten waren der Kardenal Despuig und der Domherr Joan Dameto.

Der Name Betlem geht as der Petition hervor, die der Spender stellte, damit die neue Eremitage dem Mysterium der Geburt Jesu gewidmet werde.

Heute verfügt die Eremitage über 60 „cuarteradas” Land. Auch Eremiten leben hier, Mitglieder der Kongregation San Pablo und San Antonio.

Wir lassen die Eremita von Betlem hinter uns und begeben uns auf die Route in Richtung Artà. Hierzu nehmen wir den zerstörten alten Weg, der sich an einigen Stellen in der Nähe der Ermitage unterhalb der asphaltierten Straβe befindet und teilweise verscharrt ist. Um den alten Weg zu nehmen, kehren wir zur Fontäne der Eremitage zurück und nehmen dazu die Route, die wir beschrieben haben, bevor wir die bei der Eremitage angekommen sind. Nachdem wir die Fontäne der Eremita erreicht haben, begeben wir uns auf den alten Weg, der auf der rechten Seite der Esplanada bergaufwärts verläuft, je nach unserer Ausgangsposition. Er verläuft über die Nische der Fontäne. Der alte Weg wird nur noch selten genutzt, der seitliche Schutzwall und die seitlichen Steine, die so genannten „escopidors”, sind auf dem ersten Abschnitt aber noch vorhanden. Der Weg ist zwei Arm breit, ein wenig mehr als 3,20 Meter. Schon bald wird er von Schilf und Palmherzen in Anspruch genommen. In einer Kurve des Weges nach links gibt es eine feuchte Stelle, hier stehen einige Binsen. Nach einer zweiten Kurve nach rechts, knapp fünf Minuten von der Fontäne entfernt, begeben wir uns auf die Straβe, die mit Artà verbunden ist (PMV-3333).

Auf dem Abschnitt der Route, wo sich der Weg und die Straβe überschneiden, muss man vorsichtig sein. Wir befinden uns mittlerweile ungefähr auf Höhe des Kilometers 8'150. Um unsere Route fortzufahren, müssen wir uns nach rechts auf den Asphalt begeben. Hinter uns lassen wir den Meilenstein von Hektometer 1. Anschlieβend kommen wir an einer Kurve vorbei. Nur wenige Meter später müssen wir die Straβe verlassen, um nach rechts abzubiegen und den alten Weg zu suchen, der von der asphaltierten Straβe geschnitten wurde. Der Meilenstein des Kilometers 8 liegt zu unserer Linken, wir können ihn bereits vom alten Weg aus sehen. Auf der linken Seite sind Schutzsteine angebracht. Plötzlich stoβen wir erneut auf die Straβe. Rund 30 Minuten lang laufen wir über Asphalt, bis wir eine weitere Straβe überqueren und ca. zehn Meter vor dem Meilenstein von Kilometer 9 (km 7’9) auf den alten Weg zurückkehren. An der Kurve der Straβe, die zu unseren Linken liegt, sieht man einige junge Bananenbäume und eine Bresche am Rande des Gebietes. Wenige Meter später, nach zwei kleinen Kurven auf dem alten Weg, erreichen wir den Hügel und die Höhle der Eremitage Macari.

05.Der Hügel und die Höhle der Eremitage Macari


Der Eremit Macari war der religiöse Name von B. Monserrat Adrover aus dem Ort Felanitx. In seiner Jugend war er ein Trappisten-Mönch (Andratx), bis die Trappisten im Jahre 1820 das Kloster verlassen mussten. Eine Fliese erinnert daran, dass Bruder Macari sich in dieser Höhle zurückgezogen hatte, um hier sein Aussiedlerleben zu führen. In der Nähe der Höhle befindet sich der Felsblock des Eremiten Macari, der auch Felsblock von Bruder Macari genannt wird. Über den Felsblock berichtet eine beliebte Legende, dass Bruder Macari „mit seiner eigenen Hand den enormen Felsen rechtzeitig gestoppt hat, um weiteren Eremiten das Leben zu retten, die zu genau dem Zeipunkt dort gearbeitet hatten, als der Felsblock sich löste und dort aufprallte, wo er heute noch zu sehen ist. Das heiβt, neben dem alten Weg, der nach Binialgorfa geführt hat, huete die Eremita von Betlem. („Mallorca eremítica”, das eremitische Mallorca, Seite 233).

Von der Höhle der Eremitage Macari, geht es ein Stück weiter bergauf. Der Weg ist von jungen Pinien und Resten von Kopfsteinpflaster bedeckt. Er bildet eine Kurve nach rechts, die uns ein Stück Meer erblicken lässt. Ein wenig weiter oben sehen wir eine Mauer zu unserer Linken, die uns einen alten Meilenstein zeigt, der die Abtrennung von Eigentümern angibt. Auf diesem Abschnitt verläuft der Weg ziemlich chaotisch. Wir müssen die Mauer auf der Linken halten, bis der Aufstieg zu einem Ort namens Replà geschafft ist. Das Bild von Talaia Freda de Morei liegt auf unserer Linken. Bevor wir die Straβe erreichen, liegt zu unserer Linken ein Fernseherstandsignal mit einer Antenne und einem kleinen quadratischen Block. In der Nähe der Anlage, und nahe bei einer Pinie mit doppeltem Stamm, kehren wir auf Höhe des Kilometers 7 zurück auf die Straβe.

Weiter geht es über den Asphalt bis zum Kilometerstein. Sobald wir ihn erreichen, überqueren wir die Straβe und gehen rechts ab, wo wir erneut auf den alten Weg kommen. Diesmal geht es bergab. Wir müssen sehr aufpassen, damit wir den richtigen Weg laufen, da er ziemlich verloren ist. Ungefähr 20 Meter von der Straβe entfernt, die wir zuvor verlassen haben, gehen wir an einer kleinen, zerbröckelten Mauer entlang, die uns den Weg weist. Die Eben liegt auf der rechten Seite. In dieser Region umgibt uns eine sehr verkümmerte Vegetation, die Opfer zahlreicher Waldbrände geworden ist, so wie wir es bereits bei unserem Aufstieg bei den Gebäuden von Betlem beobachten konnten. Hier gedeihen normalerweise Palmherzen,Schilf und Affodile. Es gibt auch verschiedene Sträucher und Spargelbeete. Dabei handelt es sich um verlassene Terrassenbeete, die zu einer anderen Zeit bewirtschaftet worden sind. Währenddessen bildet sich zu unserer Rechten eine Ebene aus, die weiter nach innen verläuft und im Hintergrund einen Wildbach aufweist. Links liegt der Puig dels Coloms, der auch unter dem Namen Puig de Son Morei (383 Meter) bekannt ist. Gegenüber malt sich der Puig del Corb (328 Meter) ab. Wir sehen auch Palmherzen, die die Brände überlebt haben. Schon bald erreichen wir einen felsigen Saumpfad, von dem aus rechts der tiefe Wildbach zu sehen ist. Eine groβe einzelne Pinie in der Nähe des Weges scheint der einzige Überlebende eines Pinienwaldes zu sein, der einem grausamen Brand zu Opfer gefallen ist. Weiter rechts verleihen junge Erdbeerbäume der grünen Wüste aus Ravennagras einen etwas dunkleren Ton. Wir sehen auch Heidekraut und weiβe Steppe. Mittlerweile befinden wir uns ganz in der Nähe des Puig del Corb, den Nordhang, von wo aus man die andere Seite des Wildbaches erkennen kann. Hier beginnt eine Kurve nach links. Von dem natürlichen Aussichtspunkt aus, mitten am Hang des Puig del Corb, kann man das einzige Schneehaus sehen, das in Mallorca abgesehen von dem Tramuntana-Gebirge bekannt ist. Es handelt sich um das Schneehaus Can Canals.

Etwas weiter links vom Puig del Corb kann man den Streckenabschnitt erkennen, den wir später beschreiten werden. Weiter hinter der Kurve vor dem Puig del Corb, der uns gen Osten orientiert, beschreibt der Weg eine weitere Kurve. Jetzt führt sie in Richtung Süden nach rechts und bringt uns in das Gebiet, das unter dem Namen Rota d'en Guixó bekannt ist. Einige kleinere Terrassenbeete des Brachlandes können oberhalb der Kurve ausgemacht werden, links von uns. Rechts vom gleichen Weg aus taucht ein Kalkofen auf. Das Ravennagras hat den Wanderweg, der sanft abwärts verläuft, komplett in seinem Griff. Die ganze Zeit lang verläuft der Wildbach zu unserer Rechten, und wir können bereits die Schleuse erkennen.

Einige Bauarbeiten aus dem Jahre 1991 haben den alten Weg zerstört und den Weg einer breiten Piste freigegeben, die zur Schleuse führt, die errichtet wurde, um den Wasserfluss des Wildbaches zu kontrollieren. Dennoch laufen wir über den neuen Weg, den Wildbach zu unserer Rechten, und den Überresten eines alten Kalkofens, die sich ziwschen dem Ravennagras verstecken. Oberhalb des linken Hanges befand sich der Pi del Ruc (die Eselspinie), die heute verschwunden ist. Der Ortsname exisitiert allerdings heute noch. In der Nähe befindet sich der Coll d'en Petro an einem alten Wanderweg, der die Häuser von Can Canals mit denen von Son Morei Vell verband. Die Erdbeerbäume und die schwarzbehaarte Zistrose begleiten das Ravennagras in der gesamten Umgebung. Nachdem wir einen Abschnitt entlang gelaufen sind, wo der Wildbach geflossen ist, der kurz darauf seinen Weg rechts von der Strecke wieder auf sich nehmen wird, gelangen wir an eine Kreuzung, die den alten Weg von Can Canals mit Betlem verband, genau dort, wo wir entlanglaufen. Hier führte auch der befahrbare Weg von Can Puceta nach Can Canals entlang, der von rechts kommt. In der Nähe gibt es ein Gebiet, in dem Steineichen gedeihen. Can Puceta liegt zu unserer Rechten, wenige hundert Meter entfernt. Unsere Route nach Artà verläuft weiter links in Richtung Can Canals. Der befahrbare Weg geht voran, ohne groβe Höhenunterschiede, und verläuft in der Nähe eines kleinen Hauses zur Linken, das eine der Parzellen von Can Canals ausmacht. Es handelt sich um eine Segregation des groβen Besitztumes, das im Jahr 1935 fertiggestellt worden ist. Heute ist der Groβteil verlassen. Nach einer Pforte geht es leicht bergaufwärts, und wir kommen in die Nähe der Häuser von Can Canals, die sich links vom Weg befinden.

06.Die Häuser von Can Canals - Artà


Die Häuser weisen eine Hauptfassade auf, die gen Westen gerichtet ist. Sie hat zwei zentrale Blöcke: einen auf der rechten Seite mit einer abgerundeten aus Sturz angefertigten Auβentür mit Sims. Im ersten Stock befinden sich Fenster mit Pfosten und Sturz aus gehauenem Fels sowie Fensterleibung. Rechts von diesem Teil sieht man einen Strebebogen. Im zentralen Teil auf der linken Seite erkennt man Reste einer runden verblendeten Eingangstür und einer Treppe. Die Überdachung besteht aus einem Giebeldach. Links befindet sich eine Balustrade über der wir eine angefertigte Büste im klassischen Stil sehen können. Die Fassade wird von einem Block mit einem nach links abfallenden Walm abgeschlossen. Zudem gibt es ein flaches Portal zur Rechten. Im Inneren verteilt sich der Flur auf die übrigen Räumlichkeiten der Häuser. Dazu gehören die Kapelle mit einem Portal mit Türsturz und Rohrkolben und eine groβe Ölmühle zur Rechten.

In der muselmanischen Epoche war das Besitztum von Can Canals Teilbestand des Gutshofes von Beni-Agmira (üblicherweise wurde er Benimira genannt), gemeinsam mit Sureda. Nach der katalanischen Eroberung wurde das Anwesen neu aufgeteilt, und der Gutshof teilte sich auf. Die Daten aus dem 15. Jahrhundert geben uns Aufschluss über den damaligen Besitzer, Antoni Balaguer, im Jahre 1416. 1463 wurde er von Pere Balaguer an Antoni Sureda verkauft, der aus der Familie der Besitzer von Morell stammte (GILI, 1983: 151-152). Nach diesem Besitzwechsel wurde der arabische Name aufgegeben, und man benutzte den Namen Son Sureda. Dann, im 17. Jahrhundert, ging ein Zweig der Sureda Familie eheliche Verbindungen mit der Canals Familie ein. Es handelte sich um Angehörige des Militärs, die das Besitztum vom aktuellen Son Sureda trennten und ihm den heutigen Namen Can Canals verliehen.

Von den Häusern von Can Canals ausgehend kehren wir zurück auf den befahrbaren Weg, der nach Artà führt. Nur wenige Meter von den Häusern entfernt, in der Nähe von zwei Reihen Zypressen, taucht ein Brunnen auf, der am gleichen Weg auf der rechten Seite liegt. Er ist unter dem Namen „Pozo d'en Petro” bekannt, ein Name, der sich auf eine bedeutende Familie aus dem 13. und 14. Jahrhundert bezieht. Ihr gehörte das heutige Besitztum Son Morei. Der Brunnen ist ein schönes Beispiel für eine aus Stein gehauene Arbeit, die für hydraulische Zwecke genutzt wurde. Es gibt vier seitliche Steinplatten, von denen zwei die Funktion der Pfosten übernehmen. Hinzu kommen ein krönender Abschluss, der ebenfalls aus Stein gehauen wurde, und ein Becken aus einem einzigen Block Stein auf der rechten Seite.

Kurz nach dem Brunnen „Pozo d'en Petro” beginnt der asphaltierte Weg, und wir treffen auf eine Kreuzung, die zu den Häusern von Son Sureda Vell führt. Sie tauchen zu unserer Rechten auf. Links gibt es einen weiteren Weg und eine Ära mit einem beachtenswerten Seitenrand, der den Bereich nivelliert, mit einem Aufstieg mit Stufen aus Stein. Nach der Ära erhebt sich der Puig Verd. Unsere Route verläuft nun über einen breiten, asphaltierten Weg zwischen landwirtschaftlichen Ländereien, die gut bewirtschaftet werden. Hier gedeihen Mandell-, Feigen- und Johannisbrotbäume. Das erste Haus auf der rechten Seite, hinter dem Weg von Son Sureda, hat den Namen Can Toni und wurde neu aufbereitet. Etwas weiter auf der linken Seite sehen wir das Casa de la Campana (Glockenhaus), das heute als Müllkippe dient. Während wir weiter laufen, lassen wir den Weg, der nach Son Forteza Vell führt, rechts liegen. Auf der linken Seite sehen wir, etwas abseits vom Weg, den Brunnen von Rafal. Wenige hundert Meter weiter treffen wir schlieβlich auf das Dorf Artà. Hierzu läuft man in der Nähe der Mühle „Molino d'en Morei” vorbei, auf der linken Seite, die auf einem Hügel liegt. Der städtische Sportplatz und das Gymnasium befinden sich auf der rechten Seite. Bereits im Ort angekommen führt uns die Straβe Rafel Blanes in die Ortsmitte, wo wir unsere Route beenden.



  • interessante Angaben
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  • Standort

Artà

  • Dauer

4 h. (Reiner Wanderweg ohne Pausen)

  • Anfahrt google

Im Auto:
Über die MA 15 (Palma-Artà).

Im Bus:
Transportmittel der Balearen
Information TIB: (+34) 971 177 777
Kostenloses Servicetelefon:
900 177 777
Palma: C/ Eusebio Estada, 28
http://tib.caib.es/  
Linie:
411 Palma-Artà (direkt)
445 Porto Cristo-Artà
446 Cala Ratjada-Artà
448 (samstags) Cala Egos-Artà
452 Cala Ratjada-Artà
473 Canyamel - Artà
474 Cala Mesquida - Artà
481 Colònia de Sant Pere – Artà

Im Zug und im Bus:
Transportmittel der Balearen
Information TIB: (+34) 971 177 777
Kostenloses Servicetelefon:
900 177 777
Palma: C/ Eusebio Estada, 28
http://tib.caib.es/  
Im Zug: Palma – Inca - Manacor
Bahnhof in Palma. Parc de ses Estacions. Plaça d'Espanya s/n. Palma
Bus: 431 Manacor – Artà

  • Externe Weblinks

www.arta-web.com