
Bevor wir zu den eigentlichen Häusern von Betlem kommen, sehen wir links vom Weg ein erstes Gefüge an Gebäuden, die einst dem Militärkommando dienten. Heutzutage wird die Anlage und das dazugehörige Gelände zum Zelten genutzt. Rechts von den ersten Gebäuden gibt es weitere Häuser und Stallungen, die für das Vieh vorgesehen waren. Sobald wir die Häuser von Betlem erreichen, erkennen wir, dass sie sich praktisch in einem völligen Zustand des Verfalls befinden. Die Ländereien des Besitztumes von Betlem waren in der Epoche der Muselmanen Teil des Landgutes Binialgorfa, das später innerhalb der Devesa de Ferrutx integriert wurde. Die Häuser sind modern, was sich durch ihre Lage in Meeresnähe erklären lässt. Es handelte sich um ein unbewohntes Gebiet, das direkt den Gefahren der Piraterie ausgesetzt war. Was den Ursprung des Ortsnamen angeht, so ist die wahrscheinlichste Erklärung, dass er vom Namen der nächstgelegenen Eremitage abgeleitet worden ist. Später, im 19. Jahrhundert, wird der Name Betlem de Marina dokumentiert. Im Jahre 1863 war dies Eigentum der Gebrüder Mateu und Andreu Homar. Gegen 1875 bezieht sich der Erzherzog Luis Salvador auf das „neue Haus von Betlem”. Die Wohnsiedlung von Betlem wurde auf den Ländereien des Besitztumes errichtet.
Von den Häusern von Betlem aus geht es weiter über den befahrbaren Weg, der rechts vorbei an den Gebäuden verläuft. Schon bald kommen wir in der Nähe von den Überresten einer Pforte vorbei. Ein wenig später wird der Weg schmaler und wird zu einem Pfad. Die Felder sind unbewirtschaftet. Hier und da stehen Mandel- und Johannisbrotbäume, die ihrem eigenen natürlichen Rythmus überlassen wurden. Auch Ölbäume gedeihen in dieser Umgebung, ebenso wie Palmherzen, Disteln, Sträucher und Affodille. Der Weg beginnt nun über den linken Hang einer aufkommenden Ebene steiler anzusteigen. Durch ihre Mitte flieβt ein Wildbach. Die ersten Meter Ansteig erfolgen über natürliche Stufen aus Sandstein. Eine Ansammlung an Johannisbrotbäumen zu Beginn des Anstieges bietet uns eine der wenigen schattigen Stellen des Weges. Rechts, auf der anderen Hangseite der Ebene, erhebt hochkant eine Felswand, an der man Ausbuchtungen kalkhaltiger Ablagerungen, so genannter Sinter, erkennen kann. Bald begeben wir uns in eine Schlucht, die durch die Erosion des Bergwassers gebildet worden ist, das sich ganz in der Nähe, am Ende der Felsschlucht, auf der rechten Seite befindet. Vorbei geht es an einer transversalen Wand durch einen kleinen Mauerdurchgang mit zwei Sprossen, der sich am Parameter öffnet. In dieser Landschaft gibt es Zistrosen, Ravannagras und Skorpion-Ginster. Der Weg gewinnt schnell an Höhe und weist im Teil der Schlucht einen Seitenrand zum Stützen auf. Dieser Ort ist unter dem Namen Es Grau bekannt, der für einen Weg mit erheblichem Höhenunterschied einsteht.
Kurze Zeit später erscheint das Ende des Gewölbes in Form von einer natürlichen Felswand, gespickt von einer nicht unerheblichen Anzahl an Einbuchtungen. Die steile Felswand unterbricht das Bett des Wildbaches, der sich in Form von einem Wasserfall entlädt. Der Weg kann das Hindernis umgehen, indem er nach links ausweicht und sich an die sanfte Seite des Berges hält. Jetzt müssen einige Kurven in Kauf genommen werden, um die notwendige Höhe zu erreichen. Auf der kleinen Ebene, die oberhalb erscheint, gedeiht eine Ansammlung von Pinien, die sich einst vor den Waldbränden retten konnten. Wir leiten nun die letzte Kurve der Schlucht ein, der Weg ist gepflastert. Hier sollte man unbedingt zurückblicken und den Blick auf den zurückgelegten Weg werfen. Die tiefe Ebene öffnet sich im Vordergrund zum Anbaugebiet von Betlem und führt weiter hinab bis ans Meer. Dort wird sie von der Bucht von Alcúdia beherrscht. Im Hintergrund erkennt man die Halbinsel Cap Pinar mit der Aussichtspunkt von la Victòria.
Eine Pforte mit einem längst verrosteten Draht öffnet uns den Weg zu einem offenen Tal, das zwischen der Schlucht und der Eremitage von Betlem liegt. Hier tauchen Wände und Terrassenbeete (marjades) ehemaliger Anbauten auf. Heute fällt einem vor allem der spärliche Baumbestand ins Auge. Hinter der Pforte müssen wir links weitergehen, wo wir nach nur wenigen Metern auf einen kleinen offenen Pfad oberhalb der Bresche einer Wand stoβen. Der Weg passiert heutzutage durch diese in die Wand eingelassene Öffnung und führt weiter in der Nähe des Wildbaches, umgeben von den Überresten diverser Waldbrände. Ein Stück weiter oben, rechts vom Weg, können wir einen Kalkofen erkennen. In der Zwischenzeit wird der Weg immer breiter, verläuft in diversen Kurven weiter nach oben und richtet sich gen Westen. Er führt uns zur Anhöhe der Eremitage, die links durch Pinien geschützt wird. Rechts von der Eremitage befindet sich ein groβer Feigenbaum. Links haben wir zudem den 282 Meter hohen Puig d'en Renegat. Wenn wir zurückblicken, sehen wir die Spitze des 565 Meter hohen Talaia Freda, der höchste Berg der Gebirgskette des Llevant.
Sobald wir den Gipfel erreicht haben, müssen wir links in Richtung Brunnen der Eremitage weiterlaufen und dabei eine Pforte zur Rechten hinter uns lassen. Die Eremitage von Betlem taucht kurze Zeit später vor unseren Augen auf. Nur Anbaugebiete, die von einer hohen Mauer umgeben werden, und abgestufte Terrassenbeete trennen uns von der Eremitage. Letztere bilden einen scharfen Winkel in der Nähe des Brunnens Der Wildbach des Comellar dels Cocons taucht in der Nähe des Weges auf der rechten Seite auf. Nachdem wir eine Metallschranke durchquert haben, erreichen wir die Fontäne der Eremitage.