MARIà VILLANGóMEZ
Marià Villangómez i Llobet erblickte am 10. Januar 1913 in Dalt Vila (Eivissa) das Licht der Welt. Er studierte Rechtswissenschaft an der Universität von Barcelona, obgleich er niemals als Jurist tätig werden sollte. 1930 begann er Poesie in katalanischer Sprache zu verfassen. Laut eigenen Aussagen bedeutete der Aufenthalt in Barcelona für den Schriftsteller den Anfang eines Weges hin zur katalanischen Kultur und Sprache.
Nach dem Spanischen Bürgerkrieg, nachdem er den Rang eines Leutnants erlangt hatte, berief er sich auf die Möglichkeit, die den Offizieren geboten wurde, nämlich als Lehrer tätig zu werden. Seine erste Anstellung fand er in Palma de Mallorca. Von 1943 bis 1946 war er in Cornellà de Llobregat (Barcelona) als Lehrer tätig und als er 1946 wieder nach Eivissa zurückkehrte, wurde er Lehrer an der Schule von Sant Miquel de Balansat, an der er dreizehn Jahre lang unterrichtete.
1948 brachte der Editorial Moll Verlag sein Buch Terra i somni heraus; es ist ein Sammelband der von ihm in den Jahren von 1943 bis 1945 verfassten Gedichte. 1949 begann er mehrere Theaterstücke zu schreiben. 1951 nahm Joan Tradú zwei Gedichte von Villangómez mit in die Antologia de la poesia catalana 1900-1950 (Anthologie der katalanischen Poesie 1900-1950) auf. Nach acht Veröffentlichungen machte er 1963 sein letztes Buch mit Originalgedichten, Declarat amb el vent, bekannt.
1967 beantragte er seine Beurlaubung als Lehrer. Er begann, kostenlos Katalanischunterricht für junge Ibizenker zu erteilen, die in Barcelona studierten. In den Siebziger Jahren nahm er seine Tätigkeit am Institut d’Estudis Eivissencs (Institut für ibizenkische Studien) wieder auf und gab erneut die Zeitschrift Eivissa heraus.
Sein Werk besitzt Einflüsse des Noucentismus und als Dichter war er großer Bewunderer der Gruppe von Autoren der Generación del 27 und der Tradition des europäischen Symbolismus. 1963 zentrierte er seine schriftstellerische Tätigkeit auf Theater und Essay, und er übersetzte Dichtung: u. a. von Shakespeare, Brecht, Baudelaire, Yeats und Al-Sabini.
Was sein Theaterwerk betrifft, so brachte er 1983 in einen Band die Werke El més alt embuixament. Se suspèn la funció heraus. 1998 dann Les germanes cautives. Im Jahre 2003 wurde L’anell és més que un joc, und 2006 Amor d’avar, avar d’amor veröffentlicht.
1983 wurde ihm die Goldmedaille der Comunitat Autònoma de les Illes Balears (Autonomen Gemeinschaft der Balearen) verliehen, 1984 erhielt er den Creu de Sant Jordi-Preis, 1987 die Goldmedaille des Consell Insular d’Eivissa i Formentera (Inselrates von Ibiza und Formentera), 1989 den Premi d'Honor de les Lletres Catalanes (Ehrenpreis der katalanischen Literatur) und 1995 wurde er von der Universität der Balearen zum Doktor honoris causa ernannt.
Nach langer Krankheit verstarb er am 12. Mai 2002. Auf der Plaza de Vila Nr. 23 von Dalt Vila (Eivissa), erinnert eine Plakette im Eingangsbereich des Elternhauses an die Geburt des berühmten Schriftstellers.