ENRIC FAJARNéS I TUR
Sohn von Ramon Fajarnés i Ferrer, einem in Valencia geborenen Oberstleutnant der Infanterie und Josepa Tur Llaneras. An der Universität von Barcelona schloss er 1880 sein Studium der Medizin ab. Nachdem er sein Studium abgeschlossen hatte, zog er nach Eivissa, wo er als Gerichtsmediziner arbeitete. 1885 wurde er Ausschussmitglied des Gemeinderats von Eivissa und führte Projekte zur Verbesserung der hygienischen Bedingungen diverser Zonen der Stadt durch.
In den Zeiten zwischen 1881-1884, 1886-1890 und 1893-1907 war er Direktor der Balearischen Post Correos de Balears (in die er 1881 eintrat und dabei gleichzeitig seine Arbeit als Gerichtsmediziner ausübte). Als Beamter wurde er im Laufe seiner Amtszeit in verschiedene spanische Städte versetzt. 1923 ging er in Pension und kehrte nach Eivissa zurück.
Er war ein methodischer Forscher, wenngleich sein Interesse einem breitgefächerten Themenkreis galt, bei dem die Medizin die wichtigste Rolle spielte. Seine ersten Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf Tuberkulose und Sumpffieber. Sein Aufenthalt in Palma als Postdirektor gewährte ihm Zutritt zu den historischen Archiven und er führte ethnologische und archäologische Studien über die Balearen und die Pityusen durch. Diese äußerst produktive Arbeit veranlasste ihn, Arbeiten für die archäologische Gesellschaft Sociedad Arqueológica Luliana, die Sociedad Económica de Amigos del País (Ökonomische Gesellschaft der Freunde des Landes), die Comisión de Monumentos Históricos de Baleares (Ausschuss für historische Bauwerke auf den Balearen), den Provinzialrat für Volkszählungen, die medizinische Akademie und die Ärzte- und Apothekerkammer durchzuführen.
Anlässlich seines Eintrittes in die Academia de Medicina y Cirugía de Balears (medizinisch-chirurgische Akademie der Balearen) hielt er eine Rede über die Tuberkuloseprävention in Mallorca. 1898 legte er einen Bericht über die Bevölkerungsentwicklung in der Gemeinde Calvià, angefangen von ihren Ursprüngen, beim 9. Internationalen Kongress für Hygiene und Demografie vor. Von 1895 bis 1907 war er Direktor der Revista Balear de Ciències Mèdiques (Balearischen Zeitschrift für medizinische Wissenschaften).
Im Laufe seines Lebens genoss er die Anerkennung der intellektuellen Gemeinschaft und wurde als erster Wissenschaftler für Medizingeschichte der Balearen angesehen. Bei seinen Forschungsarbeiten über bestimmte Krankheiten oder Syndrome verbindet er auf eine für seine Zeit überraschende Art und Weise medizinische mit anthropologischen Aspekten, wie es bei der Auswirkung von Endogamie auf bestimmte geistige Anomalien der Fall ist.
Er war Mitglied verschiedener medizinischer Akademien und wurde mit dem Orden de Isabel la Católica (dt.: Orden Isabellas der Katholischen) ausgezeichnet.
1895 wurde er zum Chronisten der Stadtverwaltung von Eivissa ernannt und 1906 besetzte er die Vizepräsidentschaft der Tourismusförderung von Mallorca. Durch die Veröffentlichung verschiedener Artikel über die Insel Menorca wurde er zum Ehrenmitglied des Ateneo de Maó (Kulturvereins von Maó).
Auch arbeitete er mit der Presse und Zeitschriften, wie dem Diario de Ibiza, La Voz de Ibiza, El Heraldo de Ibiza —auf Ibiza—, und El Isleño, La Opinión, El Balear, La Almudaina und Ultima Hora auf Mallorca zusammen.
Auf dem Congreso Internacional de la Medicina Catalana (Internationalen Kongress für Katalanische Medizin), der 1970 in Barcelona und Montpeller stattfand, legten die Ärzte Antich Rojas und Panadés Nigorra einen Bericht über die Bibliografie des Dr. Enrique Fajarnés i Tur vor und unterteilten das Werk in: I. Geschichte; II. Medizin; III. Anthropologie; IV. Demografie; Klimatologie; VI. Archäologie; VII. Post; VIII. Verschiedenes. Im Jahre 1935 wurde er zu Berühmten Sohn von Eivissa erklärt.