FISCHADLER
Der Fischadler (Pandion haliaetus) gleicht anderen Adlerarten in seiner betrachtlichen Größe, seinen fingerförmigen Schwingen, seiner Flugart und seinem Schnabel, trotzdem gehört er einer anderen Gattung an. Sein Körper ist wie für das Fischen gemacht: Er hat lange Beine und kurze Krallen mit rauher Innenseite, um seine Beute besser packen zu können. Seine Krallen sind in sich gegenüberliegenden Zweierpaaren angeordnet - im Gegensatz zu anderen Greifvögeln, bei denen jeweils eine einzelne Zehe und ein Dreierpaar zusammen stehen. Die Beine sind mit Greifsehnen ausgestattet, um die Krallen gut geschlossen halten zu können.
Der Fischadler jagt im Meer, in Stauseen und Feuchtgebieten wie Lagunen und Salzseen nach Fischen. Er ernährt sich nur von Fischen, die weniger als ein halbes Kilogramm wiegen. Fängt er beim ersten Anlauf nichts, versucht er es noch einmal. Man hat festgestellt, dass er bei 100 Versuchen, bei denen er sich ins Wasser stürzt, nur ungefähr zwölf Mal seine Beute zu fassen bekommt.
Einige Exemplare dieser Zugvögel verbringen den Winter auf den Balearen. Sie nisten auf Mallorca, Menorca und Cabrera, wo insgesamt etwa 14 Paare ihre Jungen großziehen. Sie bauen ihre Nester für gewöhnlich an der Steilküste. Jedes Jahr wird dem Nest, das bis zu 2 Meter hoch und 1,5 Meter breit werden kann, neues Material hinzugefügt. Das Weibchen legt zwischen März und April zwei bis vier Eier, brütet sie aus und zieht die Jungtiere groß. Zunächst sorgt allein das Männchen für Nahrung, doch bereits wenn die Jungen einen Monat alt sind, beteiligt sich das Weibchen am Fischfang. Nach anderthalb Monaten machen die Jungen ihre ersten Flugversuche.